Arbeiten am Kulturdenkmal kommen gut voran

Die Instandsetzung der Herzoglich-württembergischen Pirschgänge laufen

Versteckt im Böblinger Wald, auf dem heutigen Truppenübungsplatz der US Army, gab es im 18. Jahrhundert höfisches Jagdgeschehen. Der von 1733 bis 1737 regierende Herzog Carl Alexander ließ unterirdische Pirschgänge anlegen, um unabhängig von der Witterung seiner Jagdleidenschaft nachgehen zu können. Diese Gewölbe sind mit ca. 2 Meter Höhe ca. 1 Meter Breite und ihren Lichtöffnungen im Abstand von 2 Metern als „Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung“ in das Denkmalbuch eingetragen. Nachdem die Anlage zusehends verfallen war, sollen die Herzoglich-württembergischen Pirschgänge nun mit einer aufwändigen Sanierung für die kommenden Generationen erhalten werden. Mit der Fertigstellung wird im Frühjahr 2020 gerechnet.

Die Arbeiten waren im Herbst des vergangenen Jahres gestartet. Eine Großübung der US-Streitkräfte war der Grund für den leicht verspäteten Start. Die Arbeiten kommen aber gut voran. In einzelnen Abschnitten wurden die Wandflächen neu verfugt und die Mauerkronen teils ergänzt, teils neu aufgemauert. Wo Mauersteine fehlten, wurden diese neu eingepasst. In manchen Bereichen wird das Mauerwerk durch Abtragen der Erdböschung freigelegt und die Oberseite des Gewölbes so ausgebildet, dass das Oberflächenwasser gut abfließen kann. Derzeit sind die Arbeiten abhängig von der Witterung - bei Temperaturen dauerhaft unter ca. 5°C können keine Verfugungsarbeiten und Arbeiten mit Mörtel ausgeführt werden.

Ein Besuch der Baustelle ist weiterhin nicht möglich, da diese im Bereich des Übungsgeländes der US Army liegt. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Anlage der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Kosten hatten sich nach der Ausschreibung aufgrund der gestiegenen Baukosten deutlich höher erwiesen als zunächst angenommen. Insgesamt wird die Sanierung voraussichtlich rd. 160.000 Euro kosten. Die Kostenverteilung wurde zwischen den Beteiligten Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalstiftung Baden-Württemberg, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Stadt Böblingen und Landkreis Böblingen besprochen und die Mehrkosten anteilig aufgeteilt. Der Anteil von Stadt bzw. Landkreis Böblingen beläuft sich nach der aktuellen Kostenschätzung auf jeweils 16.500 Euro.

Das Sanierungsprojekt ist eine Kooperation zwischen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, dem Staatlichem Hochbauamt, dem Landkreis sowie der Stadt Böblingen, der US Army sowie dem NABU Baden-Württemberg, dem Schwäbischem Heimatbund und dem Schwäbischem Albverein. Mit finanzieller Förderung durch das Landesamt für Denkmalpflege und die Denkmalstiftung Baden-Württemberg.

(Erstellt am 14. Januar 2020)

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